Krip­pe, Kreuz und Krone

von Dr.-Ing. Wer­ner Gitt, Di­rek­tor und Pro­fes­sor a. D.
wern​er​gitt​.de

Die Ur­ka­ta­stro­phe

Im­mer wie­der wü­ten Ka­ta­stro­phen in un­se­rer Welt: Durch den Tsu­na­mi im De­zem­ber 2004 star­ben rund 160 Tau­send Men­schen, der Un­ter­gang der Ti­ta­nic for­der­te 1522 Le­ben, und der Zwei­te Welt­krieg hin­ter­ließ 50 Mil­lio­nen To­te. Die Ur­ka­ta­stro­phe war je­doch der Sün­den­fall im Gar­ten Eden. Sie ist die Ur­sa­che für al­le an­de­ren Ka­ta­stro­phen, die je über die Er­de her­ein­ge­bro­chen sind. Die Sün­de brach­te die Tren­nung des Men­schen von Gott. Oh­ne Gott aber ge­rät er in den Stru­del der ewi­gen Ver­lo­ren­heit. Wür­de Gott auch nur ei­ne ein­zi­ge Sün­de in den Him­mel las­sen, dann hiel­ten auch dort Leid und Tod Ein­zug, und das will Gott nicht.

Es bricht Gott das Herz: Die Men­schen, die er ge­schaf­fen hat und liebt, ha­ben sich von ihm ab­ge­wandt. Sie ha­ben sich da­mit den Tod ein­ge­han­delt. Oh wie schreck­lich! Wir sa­gen im Sprich­wort: „Ge­gen den Tod ist kein Kraut ge­wach­sen.“ Selbst kein Ge­wächs aus dem Gar­ten Eden! Aber viel­leicht hat Gott ein Mittel!?

Got­tes Ab­hil­fe – Er schick­te sei­nen Sohn

Gott hat­te schon im Gar­ten Eden ei­nen Ret­tungs­plan und kün­dig­te ihn – wenn auch noch sehr ver­schlüs­selt – gleich nach dem Sün­den­fall an: „Und ich will Feind­schaft set­zen zwi­schen dir und der Frau, zwi­schen dei­nem Sa­men und ih­rem Sa­men: Er wird dir den Kopf zer­tre­ten, und du wirst ihn in die Fer­se ste­chen“ (1. Mo­se 3,15). In ei­ner nicht en­den wol­len­den Ket­te pro­phe­ti­scher Aus­sa­gen wird im­mer wie­der auf den kom­men­den Ret­ter hin­ge­wie­sen, wie z. B.:

  • „Es wird ein Stern aus Ja­kob auf­ge­hen und ein Zep­ter [= Herr­schafts­zei­chen] aus Is­ra­el auf­kom­men“ (4. Mo­se 24,17).
  • „Und du Beth­le­hem Ef­ra­ta, die du klein bist un­ter den Städ­ten in Ju­da, aus dir soll mir der kom­men, der in Is­ra­el Herr sei, des­sen Aus­gang von An­fang und von Ewig­keit her ge­we­sen ist“ (Mi­cha 5,1).

Die al­ler­letz­te An­kün­di­gung des Ret­ters über­brach­te ein En­gel, als er Jo­sef die Ge­burt und den Na­men des himm­li­schen Kin­des of­fen­bar­te: „Ma­ria, dei­ne Frau, … wird ei­nen Sohn ge­bä­ren, dem sollst du den Na­men Je­sus ge­ben, denn er wird sein Volk ret­ten von ih­ren Sün­den“ (Mat­thä­us 1,20–21).
Im Lau­fe der Ge­schich­te sind vie­le Per­so­nen über die Welt­büh­ne ge­gan­gen, die sich un­ter den Men­schen ei­nen Na­men ge­macht ha­ben: Kai­ser und Kö­ni­ge, Dich­ter und Phi­lo­so­phen, Gu­rus und Zau­be­rer, Gu­te und Bö­se. Nie aber hat die Welt ei­nen Gott ge­se­hen – bis es Weih­nach­ten wur­de. Das Kind in der Krip­pe ist nicht ein sol­cher Gott, wie ihn sich die Grie­chen auf dem Olymp oder die Ger­ma­nen in Wal­hall vor­ge­stellt ha­ben. Er ist der Ein­zi­ge, der sa­gen konn­te: Ich bin der Schöp­fer, durch den al­les ge­macht ist (Jo­han­nes 1,1+3); „Ich bin die Wahr­heit“ (Jo­han­nes 14,6), „Ich bin der gu­te Hir­te“ (Jo­han­nes 10,11), „Ich bin die Tür“ [zum Him­mel] (Jo­han­nes 10,9).
Wel­chen Weg nahm er in die Welt? Kam er mit Pau­ken und Trom­pe­ten oder don­nern­dem Ge­tö­se? Kam er mit den himm­li­schen Heer­scha­ren? Nein! Gott wähl­te ei­ne le­di­ge Frau aus Is­ra­el – die Ma­ria – , die Gna­de bei ihm fand, den Got­tes­sohn zur Welt zu brin­gen. Da­mit über­rasch­te er auch die Ju­den, die über ih­ren Mes­si­as z. B. die fol­gen­den pro­phe­ti­schen Wor­te im Ohr hat­ten: „Sie­he, dein Kö­nig kommt zu dir“ (Sach­ar­ja 9,9), oder „Er wird al­le Kö­nig­rei­che zer­mal­men“ (Da­ni­el 2,44). Sie er­war­te­ten dar­um kein Kind in der Krip­pe, son­dern ei­nen Kö­nig! Die­ser soll­te macht­voll auf­tre­ten und die Rö­mer aus Is­ra­el ver­ja­gen, sei­ne Re­si­denz in Je­ru­sa­lem er­rich­ten und die Ho­he­pries­ter und Schrift­ge­lehr­ten zu Mi­nis­tern ernennen.

Aber so kam Je­sus nicht, und dar­um lehn­ten die Ju­den ihn ab. Sie hat­ten je­ne Schrift­stel­len über­se­hen, die aus­sag­ten, dass er zu­erst als Kind kom­men muss­te: „Denn uns ist ein Kind ge­bo­ren, ein Sohn ist uns ge­ge­ben“ (Je­sa­ja 9,5). Von die­sem Ei­nen hängt es ab, ob wir die Ewig­keit im Him­mel oder in der Höl­le ver­brin­gen. Die­ser Mes­si­as ist durch 3 Ks gekennzeichnet:

  • Krip­pe (die­ses ers­te K sym­bo­li­siert das Kom­men Je­su in die Welt)
  • Kreuz (die­ses K sym­bo­li­siert un­se­re Ret­tung, die Je­sus am Kreuz er­wirkt hat)
  • Kro­ne (die­ses K sym­bo­li­siert die Kro­ne Je­su bei sei­ner Wie­der­kunft als König).

Kein Kreuz oh­ne Krip­pe! Kei­ne Kro­ne oh­ne Kreuz! Oh­ne Krip­pe und oh­ne Kreuz kein Him­mel für uns! Dar­um muss­te es zu­erst Weih­nach­ten werden!

Was är­gert am Kreuz?

Kri­ti­ker des christ­li­chen Glau­bens stel­len im­mer wie­der die Fra­ge: War­um die­ser bru­ta­le Tod am Kreuz? Bei eu­erm Glau­ben dreht sich al­les um ein Hin­rich­tungs­in­stru­ment. Konn­te Gott nicht ei­nen sanf­te­ren Weg be­schrei­ten, um mit uns Men­schen ins Rei­ne zu kom­men? War­um war der Weg der Ver­söh­nung mit Tod, Schmer­zen, Trä­nen und Trau­er ge­pflas­tert? Wä­re es nicht auch et­was net­ter, äs­the­ti­scher und stil­vol­ler ge­gan­gen? Hät­te Gott nicht ein­fach bei un­se­ren mensch­li­chen Un­zu­läng­lich­kei­ten ein Au­ge zu­drü­cken können?

Al­le „Warums“ grei­fen nicht, weil sie die Sün­de ver­harm­lo­sen. Und das scheint mir die Krank­heit un­se­rer Zeit zu sein. Nur am Kreuz kön­nen wir ab­le­sen, was wir in kei­nem Buch der Phi­lo­so­phen und Den­ker finden:

  • Das Kreuz zeigt uns, welch tie­fe Kluft die Sün­de zwi­schen Gott und Mensch ge­ris­sen hat. Der Ab­grund ist so un­er­mess­lich, dass die Höl­le die Fol­ge da­von ist (Mat­thä­us 5,29).
  • Das Kreuz gibt uns ei­ne rea­lis­ti­sche Vor­stel­lung da­von, wie weit Gott in sei­ner Lie­be zu uns geht, näm­lich so weit, dass er sich mit sei­nem Sohn Je­sus buch­stäb­lich sein Liebs­tes vom Her­zen riss.
  • Das Kreuz Je­su ist die tiefs­te Her­ab­las­sung Got­tes. Der Schöp­fer des Uni­ver­sums und al­len Le­bens lässt sich wie ein Ver­bre­cher hin­rich­ten, oh­ne sich zu weh­ren. Welch ho­her Preis für die Sün­de! Doch da­durch kann Je­sus je­den Sün­der zu sich ein­la­den: „Wer zu mir kommt, den wer­de ich nicht hin­aus­sto­ßen“ (Jo­han­nes 6,37). Es gilt aber auch: Wer nicht kommt, ist ver­lo­ren – so­gar ewig!
  • Das Kreuz mar­kiert auch das En­de al­ler mensch­li­chen Er­lö­sungs­we­ge. Dar­um konn­te Je­sus so aus­schließ­lich ver­kün­di­gen: „Nie­mand kommt zum Va­ter denn durch mich!“ (Jo­han­nes 14,6). Al­le Re­li­gio­nen sind im An­ge­sicht des Kreu­zes nur glit­zern­de Fa­ta Mor­ga­nen in der Wüs­te ei­ner ver­lo­re­nen Menschheit.

Die Weih­nachts­bot­schaft ist zu­sam­men mit der Kreu­zes­bot­schaft ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Ret­tungs­bot­schaft: „Denn des Men­schen Sohn ist ge­kom­men, se­lig zu ma­chen, was ver­lo­ren ist“
(Mat­thä­us 18,11).

Er kommt wieder

Je­sus wird ein zwei­tes Mal in die­se Welt kom­men. Dann aber nicht mehr als Kind in der Krip­pe, son­dern als Kö­nig, Rich­ter und Wel­ten­herr­scher. In Mat­thä­us 24,30 hat er die­ses Er­eig­nis deut­lich vor­aus­ge­sagt: „Und als­dann wird er­schei­nen das Zei­chen des Men­schen­soh­nes am Him­mel. Und als­dann wer­den heu­len al­le Ge­schlech­ter auf Er­den und wer­den kom­men se­hen des Men­schen Sohn in den Wol­ken des Him­mels mit gro­ßer Kraft und Herrlichkeit.“

Welch ein Grund zur Freu­de! Der Schöp­fer der Welt er­scheint! Der Ret­ter der Welt kommt! War­um aber steht in Of­fen­ba­rung 1,7: „Es wer­den heu­len al­le Ge­schlech­ter der Er­de.“? War­um schrei­en sie „Ihr Ber­ge und Fel­sen: Fallt über uns und ver­bergt uns vor sei­nem An­ge­sicht!“ (Of­fen­ba­rung 6,16)? Vie­le ha­ben zu Leb­zei­ten von der not­wen­di­gen Ent­schei­dung für die­sen Je­sus ge­hört, aber sie sag­ten „nein“! Nun sind sie ver­lo­ren und kön­nen nichts mehr re­vi­die­ren. Es ist end­gül­tig zu spät. Dar­um schrei­en und heu­len sie.

Die meis­ten Men­schen ge­hen We­ge, bei de­nen Je­sus nicht vor­kommt. Der Er­fin­dungs­reich­tum da­bei ist groß. So sag­te zum Bei­spiel die be­kann­te ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin Shir­ley Ma­c­Lai­ne, die mit ih­rem Hund auf ei­ner Ranch lebt: „Mit mei­nem Hund Ter­ry ha­be ich so­gar ei­nen ei­ge­nen Gott an der Sei­te – er ist näm­lich ei­ne Re­inkar­na­ti­on des ägyp­ti­schen Got­tes Anu­bis, der die Ge­stalt ei­nes Hun­des hat. Das mag sich selt­sam an­hö­ren, aber Ter­ry und ich ha­ben schon min­des­tens ein ge­mein­sa­mes Le­ben im al­ten Ägyp­ten ver­bracht. Er ein Tier­gott und ich ei­ne Prin­zes­sin. Jetzt hat uns das Le­ben er­neut zu­ein­an­der gebracht.“

Je­sus kommt sicht­bar wie­der: „Sie­he, er kommt mit den Wol­ken, und es wer­den ihn se­hen al­le Au­gen und al­le, die ihn durch­bohrt ha­ben, und es wer­den weh­kla­gen um sei­net­wil­len al­le Ge­schlech­ter der Er­de“ schreibt der Apos­tel Jo­han­nes in Of­fen­ba­rung 1,7. Als am 20. Ju­li 1969 Neil A. Arm­strong als ers­ter Mensch sei­nen Fuß auf den Mond setz­te, ha­ben 500 Mil­lio­nen Men­schen die­ses Er­eig­nis am Fern­se­her mit­ver­folgt. La­dy Dia­na von Eng­land kam bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall ums Le­ben. Als am 6. Sep­tem­ber 1997 in Lon­don die bis da­hin größ­te Be­er­di­gung al­ler Zei­ten statt­fand, ha­ben die­se Ze­re­mo­nie 2,5 Mil­li­ar­den Men­schen am Fern­se­her mit­ver­folgt – vier­zig Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung! Des­halb ging sie als ers­te „Glo­bal­be­er­di­gung“ in die Ge­schich­te ein.

Doch für das Kom­men Je­su ist kei­ne Ka­me­ra nö­tig. Al­le Men­schen wer­den die­ses größ­te Er­eig­nis der Welt­ge­schich­te „live“ er­le­ben. Für je­der­mann wird Je­sus dann sicht­bar sein. Das gilt nicht nur für die Welt­be­völ­ke­rung, die zu der Zeit lebt, son­dern für al­le Ge­nera­tio­nen der Mensch­heits­ge­schich­te. Auch al­le Le­ser die­ses Ar­ti­kels sind da­bei. Dann steht nur noch ei­ne ein­zi­ge Fra­ge zur De­bat­te: Zu wel­cher Grup­pe ge­hö­re ich? Zur Schar der Ge­ret­te­ten oder der Ver­lo­re­nen? Je­sus kommt plötz­lich wie­der: „Wie der Blitz aus­geht vom Auf­gang und leuch­tet bis zum Nie­der­gang, so wird auch sein das Kom­men des Men­schen­soh­nes“ (Mat­thä­us 24,27). In ei­nem ein­zi­gen Au­gen­blick wird er auf der ge­sam­ten Er­de gleich­zei­tig zu se­hen sein. Zu wel­cher Ta­ges­zeit wird das sein? Die Ant­wort fin­den wir in Lu­kas 17,34: „In der­sel­ben Nacht wer­den zwei auf ei­nem Bet­te lie­gen; ei­ner wird an­ge­nom­men, der an­de­re wird ver­wor­fen wer­den.“ Al­so in der Nacht!? Zwei Ver­se wei­ter aber steht: “Zwei wer­den auf dem Fel­de sein (= Ta­ges­si­tua­ti­on!); ei­ner wird an­ge­nom­men, der an­de­re wird ver­wor­fen wer­den.“ Mir ist nicht be­kannt, ob der Ame­ri­ka-Ent­de­cker Ko­lum­bus die­se Tex­te kann­te. Er hät­te dar­aus fol­gen­de Schluss­fol­ge­rung zie­hen kön­nen: Wenn die Wie­der­kunft in ei­nem ein­zi­gen Au­gen­blick ge­sche­hen wird, und die Bi­bel dies so­wohl als ei­ne Si­tua­ti­on des Ta­ges als auch der Nacht be­schreibt, dann ist das nur auf ei­ner Ku­gel mög­lich. Die­se bei­den Ver­se zei­gen noch et­was We­sent­li­ches. Bei der Wie­der­kunft gibt es ei­ne Zwei­tei­lung der Mensch­heit: Es wird un­ter­schie­den zwi­schen An­ge­nom­me­nen und Ver­wor­fe­nen. Da­mit ist das ei­gent­li­che Pro­blem der Mensch­heit an­ge­spro­chen. Nur ei­ne Fra­ge zählt: Ge­hö­re ich zu den Ge­ret­te­ten oder zu den Verlorenen?

Schon ent­schie­den?

Gott hat al­le Men­schen als Per­sön­lich­kei­ten ge­schaf­fen, die über ei­nen frei­en Wil­len ver­fü­gen. Dies hebt uns deut­lich von den Tie­ren ab. Der freie Wil­le er­laubt bei­des – uns von Gott zu ent­fer­nen oder uns ihm zu na­hen. Gott hat in Chris­tus al­les ge­tan, um uns den Weg ins Him­mel­reich zu wei­sen. Den­noch lehrt die Bi­bel sehr ein­drück­lich und war­nend, dass den Weg des Heils nicht al­le be­schrei­ten. Was könn­te Gott da tun? Wür­de er uns den frei­en Wil­len neh­men, dann hät­te er uns un­se­rer Per­sön­lich­keit be­raubt; wir wä­ren Ma­schi­nen, Ma­rio­net­ten oder Ro­bo­ter, die le­dig­lich ihr vor­ge­ge­be­nes Pro­gramm ab­ar­bei­te­ten. Im Dies­seits wie auch im Jen­seits ist aber der Wil­le ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Per­sön­lich­keit. Von un­se­rer Wahl­ent­schei­dung hängt dar­um auch un­ser ewi­ger Ver­bleib ab.
Ha­ben wir uns auf die­sen kom­men­den Tag ein­ge­stellt? Im Gleich­nis von den zehn Jung­frau­en mahnt uns der Herr Je­sus zur Be­reit­schaft. Er gibt uns zu be­den­ken: Al­le zehn wa­ren doch „gläu­big“, sie glaub­ten fest: die Hoch­zeit fin­det statt! Den­noch han­del­ten nicht al­le nach ih­rer Über­zeu­gung. Und nur fünf er­reich­ten das Ziel. Den Nicht­be­rei­ten sagt Je­sus: „Ich ken­ne euch nicht!“ (Mat­thä­us 25,12). Da­mit ha­ben sie ei­ne gan­ze Ewig­keit ver­passt. Es kam, wie Hein­rich Kem­ner ein­mal sag­te: „Man kann sich auch in die Höl­le schla­fen!“ Von Her­mann Bez­zel stammt die ein­dring­li­che War­nung: „Man kann die Kir­chen­bän­ke durch­scheu­ern und doch ver­lo­ren ge­hen.“ „Gläu­bi­ge“, die nur Fak­ten be­ja­hen, sie aber nicht aufs per­sön­li­che Le­ben be­zie­hen, set­zen das ewi­ge Le­ben aufs Spiel.

Al­le drei oder keins

Al­le Jah­re wie­der zu Weih­nach­ten wird von vie­len ger­ne das Je­sus­kind in der Krip­pe ge­fei­ert. Oft bleibt es da­bei. Doch die drei Ks sind un­zer­trenn­lich. Zu Je­sus ge­hört die Krip­pe sei­ner Mensch­wer­dung, das Kreuz sei­nes Lei­dens mit an­schlie­ßen­dem Auf­er­ste­hungs­sieg, aber auch die Kro­ne sei­nes Kö­nig­tums, das bei sei­ner Wie­der­kunft für je­der­mann of­fen­bar wird. Das war von An­fang an Got­tes Ret­tungs­plan ge­gen die Ur­ka­ta­stro­phe die­ser Welt. Die letz­te Ka­ta­stro­phe, die Men­schen oh­ne Je­sus er­le­ben wer­den, ist die Höl­le. Lei­der wird sie mehr Men­schen­le­ben for­dern als al­le Ka­ta­stro­phen der Ge­schich­te, und die­ser Tod währt ewig! Doch zu Weih­nach­ten, aber nicht nur dann, fragt uns Gott ganz per­sön­lich, ob wir das Ge­schenk „Krip­pe, Kreuz und Kro­ne“ an­neh­men wol­len. Sa­gen Sie ja, neh­men Sie die Sün­den­ver­ge­bung durch Je­sus Chris­tus an, und ma­chen es in ei­nem Ge­bet fest! Ihr Ge­bet könn­te et­wa wie folgt lauten:

»Herr Je­sus, ich ha­be heu­te ge­le­sen, dass ich nur durch Dich in den Him­mel kom­men kann. Ich möch­te ein­mal bei Dir im Him­mel sein. Er­ret­te mich dar­um vor der Höl­le, in die ich we­gen all mei­ner Schuld ei­gent­lich kä­me. Weil Du mich so sehr liebst, bist Du auch für mich am Kreuz ge­stor­ben und hast dort die Stra­fe für mei­ne Sün­den be­zahlt. Du siehst al­le mei­ne Schuld – von mei­ner Kind­heit an. Du kennst je­de Sün­de, al­les, was mir jetzt be­wusst ist, aber auch al­les, was ich längst ver­ges­sen ha­be. Du kennst je­de Re­gung mei­nes Her­zens. Vor Dir bin ich wie ein auf­ge­schla­ge­nes Buch. So, wie ich bin, kann ich nicht zu Dir in den Him­mel kom­men. Ich bit­te Dich, ver­gib mir mei­ne Sün­den, die mir von Her­zen leid tun. Komm Du jetzt in mein Le­ben und mach es neu. Hilf mir, al­les ab­zu­le­gen, was vor Dir nicht rich­tig ist und schen­ke mir neue Ge­wohn­hei­ten, die un­ter Dei­nem Se­gen ste­hen. Öff­ne mir den Zu­gang zu Dei­nem Wort, der Bi­bel. Hilf mir, dass ich ver­ste­he, was Du mir sa­gen willst und gib mir ein ge­hor­sa­mes Herz, da­mit ich tue, was Dir ge­fällt. Du sollst von jetzt an mein HERR sein. Ich will Dir fol­gen, zei­ge mir den Weg, den ich ge­hen soll in al­len Be­rei­chen mei­nes Le­bens. Ich dan­ke Dir, dass Du mich er­hört hast, dass ich jetzt ein Kind Got­tes sein darf, das ein­mal bei Dir im Him­mel sein wird. Amen.«

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